Die Mondblumenkönigin

Dies ist die Geschichte vom großen Mond,

der friedlich auf seiner Blume thront.

 

Doch wie kommt die Blume hinauf zum Mond,

wo sie doch sonst auf der Erde wohnt?

 

Ist da ein Zauberer mit im Spiel?

Am Anfang verrat ich euch nicht zuviel.....

 

Vielleicht kam der Mond auch ein Stück weit herab,

verfehlte die Blume, beinah und nur knapp...

 

...auch die Blume hatte nur dies eine Ziel:

Dafür muß sie wachsen, ganz schnell und ganz viel...

 

Sie will hinauf, nach oben zum Mond,

der dort am Himmel auf 'ner Wolke noch thront.

 

Dafür braucht sie Regen, den Wind und die Sonne,

und dann wird sie groß, mit Tränen und Wonne.

 

Und Eines will ich euch hier heute sagen,

zum Wachsen benötigt man Unbehagen....

 

Denn ohne Leid, da wächst man nicht,

das ist die Moral von jeder Geschicht.

 

Ihr müßt sie nun aber selber lesen,

dann ist es, als wärt ihr dabei gewesen...

 

Doch Eines kann ich mit Gewißheit nun sagen:

Wir alle sind sicher und allzeit getragen...

 

...von Höheren Mächten, der Sonne, dem Wind,

nun hört gut zu, die Geschichte beginnt.......

 

©Sonja Margareta Kasper 11. Mai 2017

 

 

 

 

D i e  M o n d b l u m e n k ö n i g i n

 

......eine kleine Geschichte vom ganz großen Glück ....

Aufgeschrieben, erlebt und illustriert von Sonja Margareta Kasper

©2017

 

Kapitel 1

Die weiße Blume

 

....vor  sehr sehr langer Zeit - es mögen vielleicht  so ungefähr 100 Jahre her sein, oder sogar  einige  Jahre mehr - lebte eine  kleine weiße Blume inmitten eines wunderschönen paradiesischen Gartens.

Natürlich war die kleine Blume mit dem lachenden Gesicht nicht die einzige Bewohnerin dort.Sie teilte sich das Paradies mit den fleißigen Bienen, den wunderschönen Schmetterlingen, dem Frosch mit dem Zahn und  seinen Freunden aus dem Froschchor, der kleinen Elfenblume Fräulein Tütü, dem stacheligen Igel Herrn Pieksemann, dem Glückskäferchen mit dem Blumenfühler, der weisen Eule Madame Elsa, der warmen und lichtbringenden Sonne, dem naßen Regen, dem pausbäckigen und sehr kräftigen Wind und vielen anderen. 

Von all ihren Freunden wurde die kleine weiße Blume eines Tages nur noch die  weiße Mondblume genannt.

 

Ihr wollt wissen, was eine kleine weiße Blume hier unten auf der Erde mit dem Mond  ganz oben am Himmel zu tun hat?

 

Eine ganze Menge.....

 

..denn manchmal geschehen Dinge zwischen Himmel und Erde, die keine kleine Blume dieser Welt auch nur im Entferntesten für möglich gehalten hätte, und die dann irgendwann als "Wunder" in den alten Geschichtsbüchern zu lesen sind.

In Wahrheit jedoch ist es  für jede kleine Blume möglich, diese oder eine ganz ähnliche Geschichte aus eigener Kraft, mit ein bischen Glück, ein paar himmlischen Helfern und guten Freunden und dem festen Willen und Glauben daran, zum Leben zu erwecken......

 

Lieber Mond, ich möchte dich mal seh'n, lieber Mond, ich glaub' du bist sehr schön.....

 

Fortsetzung folgt alsbald.....

 

 

18.05.17

 

Kapitel 2

Im Reich der Träume

 

Ein sonniger Tag neigte sich dem Ende entgegen, und alle Bewohner des Gartenparadieses fielen in einen tiefen Schlaf.

Fast alle, besser gesagt.

Die Mondblume konnte nämlich wie so oft  nicht einschlafen, und so beobachtete sie in diesen schlaflosen Nächten ihre Freunde, die längst im Reich der Träume umherreisten.

 

Jeden Morgen - nach dem gemeinsamen Frühstück, bildeten sie alle einen kleinen Kreis, um sich gegenseitig von ihren Traumreisen zu erzählen.

Das war außerordentlich spannend, und vor lauter Aufregung fingen sie manchmal alle auf einmal und wild durcheinander an zu reden.Sie kicherten und jauchzten vor lauter Freude und  warteten ungeduldig  auf  den ersten Traum.

 

Jeder kam an die Reihe, um  den anderen seinen Traum der letzten Nacht mitzuteilen, und jedem wurde aufmerksam zugehört. So  verging  die Zeit meist wie im Fluge, und selten waren sie  vor dem Mittagessen mit dem Erzählen fertig. Einmal im Monat  wählten sie den schönsten Traum  aus, um ihn für den Träumenden Wirklichkeit werden zu lassen.

Natürlich nur mit dessen Einverständnis, und bis auf ein einziges Mal, hatten sie alle ihre geträumtem Träume verwirklicht.

 

Die kleine Elfenblume Frl.Tütü

hatte im letzten Sommer nämlich einen richtigen Albtraum gehabt, und was sie da im Traum erlebt hatte, wollte sie auf gar keinen Fall in ihrem Leben verwirklichen. Ihr war im Traum nämlich ein Außerirdischer begegnet mit riesengroßen Ohren, die fast so groß waren wie der Froschteich im Gartenparadies.Ein Ohr, wohlgemerkt.Und der Froschteich war nicht gerade eine kleine Pfütze, sondern mindestens so groß wie ein Fußballfeld. Und dann hatte dieser Fremde sie auch noch in sein Ufo eingeladen,

um sie mit auf seinen Heimatplaneten zu nehmen, wie er das nannte,

   und bei aller Liebe, und allem fortschrittlichen Denken, das war zuviel für die kleine Elfenblume Frl.Tütü, und  sie hatte sehr lange überlegt, ob sie diesen Traum im Morgenkreis überhaupt erzählen sollte...wer weiß, hatte sie sich damals gedacht, nachher verwirklichen meine Freunde mir doch noch diesen Traum, einfach deshalb, weil sie mir eine Freude machen wollen, oder weil sie vielleicht auch mal solche großen Ohren sehen wollen, und dann hab' ich den Salat....

Aber weil das Vertrauen zu ihren Freunden größer war als jede Furcht, erzählte sie schließlich munter drauf los.

 

Frl.Tütü liebte  ihr Leben im Blumengarten und auf gar keinen Fall wollte sie auf einen Planeten, wo Wesen wohnten, deren Ohren so groß waren wie Froschteiche, die wiederum so groß waren wie Fußballfelder.... Da kannst Du ja nicht mal deiner besten Freundin ein Geheimnis in's Ohr flüstern, bei diesen riesigen Ohren hören diese Wesen ja immer alles, und wenn du dir noch so viel Mühe beim Flüstern gibst....

Diese außerirdischen Ohren waren so groß, das der gesamte Froschchor mit Familien und Freunden und allen Froschinstrumenten ohne Probleme darin hätte wohnen können, in diesen Ohrenhöhlen....

 

 

 

 

Bis auf den Traum von Frl.Tütü,  klappte das Realisieren der Träume immer!

Bis zum heutigen Tage haben sie alle - ausnahmslos alle - ihre wunderbaren Träume im Blumenparadies realisiert.

 

 

 

 

Wie das gehen soll, Träume wahr werden zu lassen, wollt ihr wissen?

 

 

 

 

Wenn man es ersteinmal weiß, ist es kinderleicht.

Es ist sogar so leicht, daß Ihr Euch an den Kopf fassen werdet und dabei denkt, na, da hätte ich ja auch selbst drauf kommen können.....

Fortsetzung alsbald....

 

 

 

 Anmerkung der Autorin:

Das Bild, das ich hier an dieser Stelle von der kleinen Elfenblume Frl.Tütü einsetzen wollte, wurde von ihr nicht genehmigt, denn immer, wenn sie sich an ihren Albtraum erinnert, wird sie so blass um die Nase und ist entsprechend wenig fotogen.....;))

 

 

Also musst Du , lieber Leser der "Mondblumenkönigin",  an dieser Stelle mit einem  Bild vom Mond und der Mondblume vorlieb nehmen...

 

 

 

 

....lieber Mond, ich möchte dich mal seh'n, lieber Mond, ich glaub du bist sehr schön....

©2017 sonja margareta kasper


 "Mondblume," rief der gute, alte Mond in den Nachthimmel hinaus.

 

"Moooondblume, komm endlich raus aus deinem Versteck!"

 

Und so schrie der alte Mond beinahe die ganze Nacht hindurch, doch auch am frühen Morgen - als sich der Mond auf seinem weißen Wolkensessel zum Schlafen niederließ - war die kleine, weiße Mondblume noch nirgends zu sehen.

 

Kleine weiße Mondblumenmädchen sind nämlich sehr achtsam und  nicht ganz so schnell, aber das konnte der gute alte  Mond schließlich noch nicht wissen.....